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12.10.2010

Rennteam setzt auf Weber Motor

Helmar Grupp, Südkurier

Markdorf – Der Ort steht schon so gut wie fest, der Termin hingegen noch nicht: Das an der Peripherie von Berlin in Brandenburg geplante neue Motorenwerk der Markdorfer Weber-Unternehmensgruppe soll nicht wie noch vor Jahresfrist angedacht in Grünheide, sondern in Bernau bei Berlin angesiedelt werden.

Wann der neue Standort, an dem Grundmotoren für den Unternehmensbereich Weber Motor produziert werden sollen, kommen soll, ließ Firmenchef Albert Weber offen.Der Standort Markdorf von Weber Motor soll beibehalten werden, ein Teil der Mitarbeiter werde auch langfristig noch in der Gehrenbergstadt verbleiben, heißt es.

 
Der Renner DR11TC hat einen Weber-Motor im Heck: Das Studententeam „Delta Racing“ der Fachhochschule Mannheim setzt bei seinem „Formula Student“-Rennwagen auf Technik aus Markdorf. In Silverstone soll im Frühjahr 2011 das erste Rennen bestritten werden.
Bild: Delta Racing „Zwangsumgesiedelt“ werde laut Albert Weber kein Markdorfer Mitarbeiter. Einige, vor allem Jüngere, die eine neue Herausforderung suchen, hätten sich bereits freiwillig gemeldet, ein weiterer Teil der dortigen künftigen Belegschaft soll über Neueinstellungen rekrutiert werden.

 

Neues bahnt sich bei dem Automotive-Zulieferer und Motorenhersteller auch im Unternehmensbereich Weber Fibertech an. Bei Weber Fibertech, dem kleinsten Unternehmensbereich (Weber Automotive mit einem Anteil von rund 75 Prozent am Gesamtumsatz ist der größte), werden sämtliche Heckklappen für den Kleinwagen Smart hergestellt. Weber Fibertech hatte für dieses Bauteil im Smart eigens ein patentiertes Verfahren zur Produktion für hochfeste Faserverbundteile eintwickelt, die das Fahrzeuggewicht deutlich reduzieren. Bei Weber geht man davon aus, dass dieser Geschäftsbereich aufgrund der Anforderungen des künftigen Automobilbaus deutlich zulegen wird. Um auch in Zukunft die erwarteten Kapazitätssteigerungen bedienen zu können, wolle das Unternehmen noch in 2011 eine Partnerschaft vollziehen, sagt Albert Weber. Wer der Partner sein wird, stehe noch nicht fest, mehrere Optionen gebe es bereits. Markdorf werde dabei als Entwicklungs- und Produktionsstandort bestehen bleiben, ungeachtet dessen, ob Weber in der Kooperation der Junior- oder der Seniorpartner sein werde, bekräftigt Weber.

 
Unterdessen arbeitet das rund 20-köpfige Studententeam „Delta Racing“ unter Hochdruck an seinem „Formula Student“-Rennwagen, der von einem Weber-Zweizylinder des Typs MPE 750 befeuert wird (wir berichteten am Samstag). Die Studierenden der Fachhochschule Mannheim hatten sich zu einem eher unglücklichen Zeitpunkt – Ende 2008, zu Beginn der Krise – auf Sponsorensuche für ihr Projekt begeben. Weber in Markdorf hat aber zugegriffen – eine Partnerschaft, die sich nun vielversprechend entwickelt. In enger Abstimmung mit und unter professioneller Anleitung von Eberhard Wizgall, dem Leiter der Motorenentwicklung bei Weber, wird das Rennauto zurzeit stetig optimiert.

Im kommenden Frühjahr anlässlich des „Formula Student“-Rennens in Silverstone soll der Rennwagen seine Feuertaufe erleben. Auch Weber profitiert davon, sagt Wizgall. Denn: Auch das ist ein Weg, sich motivierten Nachwuchs heranzubilden.