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13.09.2007

Weber will Umsatz bis 2009 verdoppeln

Schwäbische Zeitung

Schwungvoll ist der Markdorfer Automobilzulieferer Weber Automotive in die Frankfurter Automobilmesse IAA gestartet. Laut Angaben des Firmeninhabers Albert Weber hat ein amerikanischer Nutzfahrzeughersteller Motorenblöcke und Zylinderköpfe im Wert eines hohen zweistelligen Millionenbetrags bestellt.

Auszug aus dem Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 13. September 2007, Redakteur Michael Hescheler

 

Frankfurt/Markdorf - Der Aufwärtstrend beim Markdorfer Automobilzulieferer setzt sich fort. Bis zum Jahr 2009 erwartet Firmenchef Albert Weber eine Verdopplung des Umsatzes. Im Jahr 2006 setzte der Zulieferer eigenen Angaben zufolge einen knapp dreistelligen Millionenbetrag um.

 

Die Verdopplung führt Albert Weber auf den größten Einzelauftrag zurück, den er in der knapp 40-jährigen Firmengeschichte abgeschlossen hat. Ein amerikanischer Motoren-Nutzfahrzeug-Hersteller, den Namen nennt Weber nicht, nimmt in den kommenden fünf Jahren Motorenblöcke und Zylinderköpfe im Wert eines hohen zweistelligen Millionenbetrags ab. Dass die Komponenten komplett in Markdorf gebaut werden, wertet Weber als Auszeichnung für den Standort. Das Argument, wenn in Markdorf gefertigt würde, könne er die Auslieferung der ersten Teile für Mitte kommenden Jahres garantieren, habe den den US-amerikanischen Kunden überzeugt, sagt Weber. Der Vertrag wurde auf fünf Jahre abgeschlossen, Weber rechnet aber mit einer längerfristigen Zusammenarbeit. Die Nutzfahrzeugbranche spielte im Komponentengeschäft bei Weber bislang eine untergeordnete Rolle (knapp zehn Prozent des Volumens). Mit dem neuen Kunden wird sich dies schlagartig ändern.

 

In Markdorf hohe Investitionen

Die Folge: Der Automobilzulieferer wird am Stammsitz  investieren. Weber spricht von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag, den die Firma in Markdorf ausgeben wird. Zurzeit prüft das Unternehmen, ob eine Erweiterung der Produktion erforderlich ist. Zu Einzelheiten wollte sich der Firmenchef nicht äußern.

 

Fest steht, dass Weber neue Mitarbeiter einstellen wird. „Wir suchen Facharbeiter und Ingenieure“, sagt der Firmenchef. In den kommenden zwei Jahren soll die Mitarbeiterzahl von aktuell 557 auf 800 steigen. Das Gros der Beschäftigen werde in Markdorf eingestellt, wo die Belegschaft aktuell bei rund 300 Mitarbeitern liegt, kündigt Weber an. Auf der IAA in Frankfurt will die Firma die zweite Woche dazu nutzen, neues Personal anzuwerben. Das Familienunternehmen ist auf der wichtigsten Automesse in der Halle der Zulieferer mit einem 100 Quadratmeter großen Stand vertreten.

 

Nach dem zweiten Messetag und vielen Kundengesprächen hat der Firmenchef das Gefühl, dass er auf die richtigen Themen gesetzt hat. Webers Zwei-Zylinder-Motor erhöht die Reichweite des von einer Dassault-Tochter entwickelten Hybrid-Antriebsstrangs, außerdem setzt das Unternehmen auf die Faserverbundsparte. Im Januar hat Webers drittes Standbein, die Fibertech, mit der Produktion von Heckklappen in Leichtbauweise für den Smart begonnen. In das neue Werk in der Daimlerstraße wurden rund zehn Millionen Euro investiert.

 

Faserverbund für eine leichte Zukunft

 

 

Nichts leichter als das: Christian Weber,
stellvertretender Geschäftsführungsvorsitzender
des Automobilzulieferers, zeigt auf der IAA in
Frankfurt, wie wenig die in Leichtbauweise
konstruierte Sitzlehne wiegt, das Gegenstück
aus Stahl (links) ist deutlich schwerer.
SZ-Foto: Anja Köhler