Motorenwerk in Grünheide geplantInnovative Motoren will ein Mittelständler vom Bodensee künftig in Grünheide bauen und damit 200 Arbeitsplätze schaffen. Hinter der Ansiedlung stehen allerdings noch einige Fragezeichen.POTSDAM - Die Zulieferbranche in Brandenburg könnte der Krise zum Trotz um einen Namen reicher werden. Das Unternehmen WEBER MOTOR aus Markdorf am Bodensee (Baden-Württemberg) hat gestern offiziell angekündigt, 30 Millionen Euro in Grünheide (Oder-Spree) zu investieren. Im Güterverkehrszentrum Freienbrink soll ein MOTORenwerk mit 200 Arbeitsplätzen entstehen.
Bisher ist die Investition allerdings noch mit einigen Fragezeichen versehen. So ist noch nicht klar, auf welcher Fläche innerhalb des Güterverkehrszentrums WEBER sich ansiedeln will. „Wir haben verschiedene Objekte in Aussicht“, so Georg von Falck aus der Geschäftsführung der Firma. Möglich sei, dass man zunächst eine bereits bezugsfertige Halle miete und später ein eigenes Gebäude baue. Der Produktionsstart ist zwar bereits für 2010 angekündigt. Die 30 Millionen Euro würden aber nur nach und nach investiert und die volle Anzahl von 200 Arbeitsplätzen werde man erst 2012 erreichen, schränkt von Falck ein.
Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) zeigte sich trotzdem euphorisch. „Diese Ansiedlung ist ein Erfolg für Brandenburg“, sagte der Minister gestern. Besonders erfreulich sei, dass es sich bei WEBER MOTOR um ein hochinnovatives Unternehmen handele. Damit entstünden hier besonders sichere Arbeitsplätze. ZAB-Geschäftsführer Detlef Stronk hob die Bedeutung der Investition hervor. „Die Ansiedlung von WEBER MOTOR hat aus unserer Sicht einen ähnlich hohen Stellenwert wie die von First Solar im Jahr 2006“, so Stronk. Damit werde der innovative Ruf des Landes gestärkt.
Den betonte auch Firmenchef Christian WEBER. „Brandenburg ist ein aufstrebender Wirtschaftsstandort, der von einem innovationsfreudigen Klima geprägt ist“, lobte er gestern am Rande der Automesse IAA in Frankfurt am Main. In Grünheide will das Unternehmen vor allem Neuentwicklungen vorantreiben. „Wir wollen dort MOTORen einer neuen Generation fertigen, die unsere Kunden für unterschiedliche Anwendungen wie Hybridfahrzeuge, Boote oder Freizeitfahrzeuge einsetzen“, so WEBER.
Die Nähe zu Universitäten und Forschungseinrichtungen ist für den Mittelständler aus Baden-Württemberg ein Hauptgrund für die Ansiedlung am Ostrand Berlins. „Die gute Forschungs- und Entwicklungslandschaft ist für uns wichtig“, sagt von Falck. Insbesondere Berlin habe da deutlich mehr zu bieten als die Bodenseeregion. Wichtig seien aber auch die erstklassige Verkehrsanbindung des Geländes durch den direkten Anschluss an den Berliner Autobahnring, die Expansionsmöglichkeiten auf dem Gelände sowie die Förderung durch das Land.
Über Fördermittel wurde im Vorfeld gesprochen, bestätigte Matthias Haensch, Sprecher der Investitionslandesbank Brandenburg. Ein konkreter Förderantrag wurde aber bisher nicht gestellt, sagte Haensch.
In Freienbrink, einem der rund um Berlin verteilten drei Güterverkehrszentren, ist zum Beispiel ein Edeka-Logistikzentrum angesiedelt. 2000 war die Fläche auch für eine Ansiedlung von BMW im Gespräch. Diese Großinvestition erfolgte dann aber in Leipzig. |

